4. Paraffin basierter Latentwärmespeicher im praxisnahen Versuch
Der folgende, von mir geplante und durchgeführte Versuch, soll dazu dienen eine
möglichst genaue Temperaturkurve von Paraffinwachs zu erstellen, die den
Temperaturanstieg im Verhältnis zur zugeführten Wärmeenergie darstellt. Daraus
soll dann die Menge an Energie bestimmt werden, die während der Änderung des
Aggregatzustands gespeichert werden kann, ohne dass sich die Temperatur im
Speichermaterial verändert. Dies soll gleichzeitig als Beweis für die Eignung von
Latentwärmespeichern für die meisten Anwendungen aus dem folgenden Punkt 5
dienen.
Als Vorversuch soll der Versuchsaufbau mit Wasser, als Vertreter der nicht latenten
Speichermaterialien, anstatt von Paraffinwachs als latentes Speichermedium
betrieben werden. Dies soll vor allem dazu dienen, Messfehler zu erkennen die bei
dem Versuchsspeicher möglicherweise auftreten können.
4.1 Der Aufbau des Modellspeichers
Als Modellspeicher wird im Versuch ein Kunststofffass mit einem
Fassungsvermögen von 30 Litern verwendet, in das die Kupferrohrspirale als
Wärmetauscher eingelegt ist:
Bild 1: Wärmetauscher-Spirale und Kunststofffass
Bild 2: Montierter Speicher mit Isolierungen
Dieses Rohr wird an einen Heiz-, sowie an einen Kühlkreislauf angeschlossen. Bei
meinem Versuch wurde die Raumheizung eines Einfamilienhauses verwendet. Die
erforderliche Wärmeenergie wird über eine Solarthermieanlage geliefert. Das
Abkühlen erfolgt über einen Warmwasserpufferspeicher der Raumheizungsanlage.
Als Speichermedium wird beim Versuch das PCM Paraffinwachs verwendet. Dieses
ist zum einen ungefährlich und somit gut für den Eigenbau geeignet. Außerdem ist
sein Schmelzpunkt mit gemessenen 55°C in einer noch gut zu erreichenden, aber
dennoch gut nutzbaren Höhe. Als letztes Argument hat für mich auch noch die
Bekanntheit dieses Materials für die Entscheidung für es beigetragen. Jedermann
kennt Paraffinwachs beispielsweise aus handelsüblichen Teelichtern.
Alle installierten freiliegenden Rohrleitungen des Versuchsaufbaus wurden mit
spezieller Rohrisolierung ummantelt. Das Fass selbst wurde durch mehrere
Isoliermatten, wie auch auf den Fotos zu sehen ist umwickelt. Als Deckel sowie als
Unterlage wurde Styropor verwendet. Diese Maßnahmen sind nötig um den
Wärmeverlust so gering wie möglich zu halten und um realitätsnahe Messergebnisse
zu erhalten.
Damit später der Versuch nachvollziehbar ist und ausgewertet werden kann, wird die
Temperatur andauernd über Sensoren an der Rohrleitung, vor und nach dem
Latentwärmespeicher, sowie im Speichermedium selbst bestimmt (Lage der
Sensoren siehe Abb.5 in Punkt 4.2). Die Wassermenge die durch das Rohr fließt und
der Erwärmung bzw. Kühlung des Speichermediums dient wird durch einen
Volumenstromzähler gemessen.
4.2 Messdatenerfassung
Für die spätere Auswertung des Versuchs wird ständig an vier verschiedenen Stellen
des Versuchsaufbaus die Temperatur gemessen.

Abb. 3: Lage der Temperatursensoren im und vor, beziehungsweise nach dem
Latentwärmespeicher
Zum einen ist ein Sensor oben (S5), und einer unten (S12) im Speichermaterial, um
die aktuelle Temperatur und die ungefähre Temperaturverteilung festzustellen. Zum
anderen ist jeweils ein Temperaturfühler am Rohr vor (S16) bzw. nach (S14) dem
Speicher um aus der Temperaturdifferenz und der Durchlaufmenge an
Wärmeträgerflüssigkeit die gespeicherte, bzw. abgegebene Energie errechnen zu
können. Für den Versuch werden Pt1000 Sensoren verwendet da diese sehr genau
messen können. Pt1000 Sensoren der Firma Conrad sind Sensoren mit 1000 Ohm
Innenwiderstand bei 0°C. Pro Temperaturänderung von 1°C verändert sich der
Innenwiderstand dieser sehr genauen Sensoren um 0,385%. Als vereinfachte Formel
kann man also nach [11] für positive Temperaturen folgende Formel annehmen:
RPt-Sensor = R0 * (1 + (deltaT * a) )
R0 ist der Widerstand bei °C
deltaT ist die Temperaturänderung in K
a ist eine Konstante für die Veränderung des Widerstands pro
Temperaturänderung von 1°C. Bei Pt1000 Sensoren 0,00385 K*exp(-1)
Das Durchlaufvolumen wird mit einem Volumenstromzähler erfasst. Dieser gibt pro
0,5 Liter einen Impuls ab.
Die Aufzeichnung dieser Messwerte erfolgt über die Heizungssteuerung die auch
den Widerstand automatisch in eine Temperatur und die Impulse des
Volumenstromzählers in verwertbare Volumeneinheiten umwandelt. Durch eine PCSchnittstelle
können diese Werte dann in eine übersichtliche Tabelle in ein
Bearbeitungsprogramm, wie zum Beispiel Excel eingelesen und somit auch
ausgewertet werden. Der Temperaturverlauf und die momentan gespeicherte
Wärmemenge können so beispielsweise in übersichtlichen Grafiken dargestellt
werden.
4.3 Funktionsweise des Versuchs
4.3.1 Aufladen des Latentwärmespeichers
Das Aufladen des Latentwärmespeichers, also das Zuführen von Energie erfolgt,
indem relativ zum Speichermedium wärmeres Wasser durch das Speichermaterial
geleitet wird. Dieses läuft, wie bereits erwähnt, durch eine 10000 mm lange
Kupferleitung, mit 12 mm Durchmesser die spiralförmig durch das Speichermaterial
geführt ist und somit als Wärmetauscher dient. Dadurch ergibt sich eine
Rohroberfläche und somit Wärmeaustauschsfläche von ca. 0,38 m². Im folgenden
Schaltplan kann man den vereinfachten Wärmefluss sehen:

Abb. 4: Vereinfachter Schaltplan für den Aufladevorgang
Das Wärmeträgermedium (Wasser) wird durch eine Pumpe (1.) in eine Zirkulation
gebracht. Zuerst wird es durch eine von einer Solarthermieanlage erwärmte andere
Wärmeträgerflüssigkeit im Wärmetauscher erhitzt. Dieser andere
Wärmeflüssigkeitskreislauf ist notwendig, da in dieser anderen
Wärmeträgerflüssigkeit Frostschutzmittel für die Solarthermieanlage beigemischt ist.
Danach fließt es durch den Wärmespeicher, in dem es seine Wärme an das kältere
Speichermaterial abgibt.
Im Speicher selbst fließt das Wärmeträgermedium zuerst nach unten und dann
langsam, über die vielen Windungen der Spirale nach oben, um den Wärmespeicher
möglichst gleichmäßig aufzuwärmen. Abschließend fließt das nun wieder kalte
Wärmeträgermedium zurück zur Pumpe (1.), wo der Kreislauf von vorne beginnt.
Der tatsächliche, unvereinfachte Schaltplan mit der gesamten Heizungsanlage für das
Aufheizen ist in der nachstehenden Abb. 5 zu sehen:

Abb. 5: Hydraulikschaltplan der Heizungsanlage "heizen" – [12]
4.3.2 Abkühlen des Latentwärmespeichers
Das Abkühlen des Latentwärmespeichers, also die Energieentnahme, erfolgt über das
Durchfließen der schon in Punkt 4.3.1 beschriebenen Kupferrohrspirale im
Speichermaterial mit kaltem Wärmeträgermedium (Wasser). Diese wird dem
Warmwasserpufferspeicher der Heizungsanlage entnommen, welcher durch den
Rückfluss des im Latentwärmespeicher erwärmten Wärmeträgermediums aufgeheizt
wird. Die Aufheizung dieses Speichers wird allerdings im Folgenden nicht
betrachtet.
Der Abkühlvorgang im Detail:

Abb. 6: Vereinfachter Schaltplan des Abkühlvorgangs
Zunächst wird wie beim Aufladevorgang das Wärmeträgermedium von einer Pumpe
in Bewegung gebracht. Dieses durchfließt den Latentwärmespeicher und wird dabei
erwärmt, nimmt also Energie auf. Danach fließt es in einen großen
Warmwasserspeicher, in dem es gegen kaltes Wärmeträgermedium "ausgetauscht"
wird. Der Austausch erfolgt dadurch, dass das Wärmeträgermedium oben in den
Warmwasserspeicher hineingedrückt wird und unten herausgelassen wird. Der
Warmwasserspeicher ist geschichtet, die Temperatur im Inneren ist also nicht
konstant, sondern nimmt von oben nach unten hin ab. Vom untersten Auslass aus,
wo die Temperatur folglich am niedrigsten ist, läuft das Wärmeträgermedium dann
zurück zur Pumpe und somit zum Beginn des Wärmetransportkreislaufs.
In der folgenden Abb.7 kann der gesamte Abkühlvorgang in Verbindung mit allen
anderen Elementen der Heizungsanlage betrachtet werden. Es ist also auch möglich
den Aufladevorgang (nicht markiert) zu sehen.

Abb. 7: Hydraulikschaltplan der Heizungsanlage "abkühlen" - [12]
4.4 Überblick über die Versuchsdurchführungen
- Vorversuch: Um den Versuchsaufbau zu testen wurde der erste Aufladevorgang nicht mit Paraffinwachs, sondern mit Wasser als Speichermaterial betrieben. Von Wasser sind die Eigenschaften schon mehrfach bewiesen worden und somit theoretisch nachprüfbar.
- Messung nachdem verflüssigtes Paraffinwachs eingefüllt wurde, um den Abkühlvorgang genau aufzuzeichnen und auswerten zu können.
- Messung von einem kompletten Zyklus, also einem Auflade- und anschließendem Abkühlvorgang.
4.5 Auswertung der Daten
4.5.1 Vorversuch mit Wasser
Beim Testlauf der Versuchsanordnung mit Wasser ergaben sich folgende Werte:
- Masse des Wassers: m = 30kg
- Temperaturerhöhung: deltaT = 44K
- Zugeführte Energie: Qges = 1,56kWh
Man benötigt also 1,54 kWh um Wasser der Masse 30 kg um 44 K zu erwärmen. Es ist also ein Messfehler vom theoretischen Wert gegenüber dem gemessenen Wert von 1,56 kWh von ungefähr 1,3 % aufgetreten. Der zugehörige Graph der Messdaten bringt sehr schön den linearen Anstieg der Temperatur, beziehungsweise der sensiblen Wärme bei Energiezufuhr zum Vorschein, wie das bei einem kapazitiven Speicher zu erwarten ist:

Abb. 8: Temperaturverlauf des Wassers in Abhängigkeit der zugeführten Energie
4.5.2 Versuche mit Paraffinwachs
Die erste Messung eines Abkühlvorgangs wurde beim Abkühlen von extern
geschmolzenem Paraffinwachs im Versuchsspeicher vorgenommen. Die Masse des
Paraffinwachses beträgt aufgrund seiner geringeren Dichte gegenüber dem zuvor
verwendeten Wassers nur 22 kg. Das Volumen ist jedoch das Gleiche wie beim
Vorversuch mit Wasser, also 30 dm3.
Gemessen wurde im Temperaturbereich von etwa 77°C durchgängige
Starttemperatur, bis etwa 40°C Endtemperatur oben und etwa 50°C Endtemperatur
unten [Alle Messdaten siehe Anlage 2]. Die relativ große Differenz zwischen der
oberen und unteren Temperatur ergibt sich daraus, dass nach oben hin der
Wärmeverlust am größten ist. Außerdem durchläuft das kalte Wärmeträgermedium
die Kupferrohrspirale von oben nach unten und kühlt somit oben am meisten ab. Der
obere Sensor kann auf Grund der zu hohen Anbringung und der eben beschriebenen
Effekte deshalb nicht für die Versuchsauswertung verwendet werden. In folgender
Grafik kann der Temperaturverlauf des Paraffinwachses in Abhängigkeit zur
entnommenen Energie gesehen werden:

Abb. 9: Temperaturverlauf des Paraffinwachses in Abhängigkeit zur entnommenen
Energie
Im Bereich von 0-0,4 kWh entnommener Wärmemenge fällt die Temperaturkurve
relativ stark ab. Nach 1,4 kWh entnommener Wärmeleistung beginnt sie ebenfalls
wieder stärker abzufallen. Dies lässt darauf schließen, dass in diesen beiden
Bereichen sensible Wärme entnommen wurde, sich der Zustand des Paraffinwachses
folglich auch nicht geändert hat. Dass das gesamte Paraffinwachs geschmolzen war,
konnte in der Beobachtung des Versuchablaufs daran erkannt werden, dass keine
weißen Restklumpen von Paraffinwachs mehr im Speicher zu sehen waren:
Bild 3: Fast vollständig geschmolzenes Paraffinwachs bei einer gemessenen
Temperatur von ungefähr 70°C
Im Abschnitt zwischen den beiden sensiblen Bereichen, also von 0,4-1,4 kWh
entnommener Energiemenge verläuft die Temperaturkurve annähernd konstant
waagrecht, nahe bei den gemessenen 55°C Schmelztemperatur von Paraffinwachs.
Die entnommene Energie von 1,0 kWh in diesem Bereich ist also keine sensible
Wärme, weil sich bei deren Entnahme das Paraffinwachs abkühlen würde. Es handelt
sich anstatt dessen um den Anteil latenter Wärmeenergie des Speichers.
In den Übergangsbereichen, die bei einem realen Betrieb im Gegensatz zur
schematischen Darstellung wie Abb.1 auftreten, weil das Speichermedium nie
vollständig durchmischt werden kann, ist die entnommene Energie sowohl aus
Schmelzenergie, als auch aus sensibler Energie zusammengesetzt.
Beim zweiten Versuch mit Paraffinwachs ergab sich folgende
Temperaturverlaufskurve für den Aufladevorgang des Wärmespeichers:

Abb.10: Temperaturverlauf in Abhängigkeit zur zugeführten Energie beim
Aufladevorgang des Latentwärmespeichers
Während des Aufladevorgangs wurde die Temperatur im Speicher von etwa 44°C
auf etwa 88°C erhöht, und dabei eine Energiemenge von knapp 3,2 kWh zugeführt.
Dieser Wert kann aufgrund der identischen Temperaturerhöhung mit dem
Vorversuch mit Wasser (siehe Punkt 4.5.1) verglichen werden. Im Gegensatz zu
Wasser konnte das gleiche Speichervolumen an Paraffinwachs, in diesem
Temperaturbereich 1,6 kWh oder 93,8 % mehr Energie aufnehmen.
Für das Speichervolumen von 30 Litern ergibt sich also, das in diesem
Temperaturbereich pro dm3 53,3 Wh (= 192 kJ) mehr Energie als in Wasser
gespeichert werden können.
Die kleinen Wellen im sensiblen Bereich zwischen 1,9 und 3,1 kWh zugeführter
Energie ergeben sich daraus, dass das Paraffinwachs in diesem Bereich keine
konstante Temperatur hatte. Sobald der Aufladevorgang kurz unterbrochen wurde
verteilte sich die Energie wieder im gesamten Speichermaterial und die Temperatur
am Sensor ist etwas abgefallen.
Für den Abkühlvorgang des zweiten Versuchs ergab sich folgender
Temperaturverlauf in Abhängigkeit zur entnommenen Energie:

Abb.11: Temperaturverlauf in Abhängigkeit zur entnommenen Energie beim
Abkühlvorgang des Latentwärmespeichers
Beim Abkühlvorgang wurde die Temperatur im Speicher von 88°C auf 39°C um
49K abgesenkt. Um den Abkühlvorgang mit dem Aufladevorgang vergleichen zu
können wird im Folgenden nur die Energieentnahme bis 44K betrachtet, also eine
Abkühlung von 44K. In diesem Bereich konnte eine Energiemenge von etwas über
1,9 kWh abgegeben werden. Es ergibt sich also zwischen hineingesteckter
Energiemenge von 3,2 kWh und herausgeholter Energiemenge ein Verlust von 1,3
kWh.
Bei der Temperaturverlaufskurve in Abhängigkeit zur entnommenen Energie ist
deutlich zu sehen, dass eine Temperaturkonstanz im Entnahmebereich von 0,5-1,5
kWh auftritt. Wie bei dem ersten Abkühlvorgang beträgt die latente Wärme im
konstanten Temperaturbereich also 1,0 kWh. Der eigentliche Wert der latenten
Wärme ist jedoch etwas höher, da in dem Bereich ab 1,5 kWh immer noch nicht alles
Paraffinwachs erstarrt war. Eine Erstarrung des gesamten Paraffinwachses, bevor
sich die sensible Temperatur zumindest an einigen Stellen im Speicher weiter
absenkt ist nicht möglich, da die Wärmeleitfähigkeit im Paraffinwachs nicht groß
genug ist um für einen kompletten Temperaturausgleich im Speicher zu sorgen.
Diese Reste an flüssigem Speichermedium erstarren dann langsam und geben dabei
Wärmeenergie ab. Wie hoch dieser Anteil an noch nicht geschmolzenem
Paraffinwachs ist kann nicht genau festgestellt werden.
Um die Wärmekapazität des flüssigen Paraffinswachses festzustellen werden beim
Abkühlvorgang die Daten vor der Phasenumwandlung verwendet. Um
sicherzustellen, dass nicht schon ein Teil des Paraffinwachses erstarrt ist, wird für
einen Wert von 0,3 kWh entnommene Energie die Temperatur ermittelt. Sie ergibt
66°C. Die Temperaturdifferenz .T beträgt also 22 K. Damit ergibt sich für c [3,
Seite 37]:
![]()
"Die spez. Wärmekapazität von Latentwärmeparaffinen liegt bei etwa 2,1 kJ/(kg·K)." [nach 10]
Der gemessene Wert liegt also nur 4,5 % über dem theoretischen Wert.
Paraffinwachs speichert demnach in seinem kapazitiven Teil gut die Hälfte von
Wasser, welches 4,19 kJ/(kg*K) speichern kann. Zusammen mit dem latenten Teil
speichert Paraffinwachs jedoch deutlich mehr Energie in diesem Temperaturbereich
als Wasser.
4.6 Bewertung der Messung
Der Vorversuch mit Wasser als Vertreter der kapazitivem Speichermaterialien und
derzeit Standart Speichermedium der meisten Hausheizungsanlagen, hat im
Vergleich mit den theoretischen Werten gezeigt, dass der Versuchsaufbau relativ
genaue Messergebnisse liefert. Somit ist auch sichergestellt, dass der
Volumenstromzähler, der nicht überprüft werden konnte, genau misst.
Die Messungen mit Paraffinwachs als Vertreter der PCMs haben ebenfalls den
erwarteten Temperaturverlauf beim Aufladen, sowie beim Abkühlen des
Latentwärmespeichers hervorgebracht. Damit haben sie bestätigt, dass ein
erheblicher Energieanteil während des Phasenwechsels des PCMs gespeichert
werden kann.
Die konstante Temperatur während dieses Phasenwechsels ist ebenfalls aus den
Temperaturverlaufskurven (Abb. 9-11) zu sehen. Diese so bewiesene Eigenschaft
von Latentwärmespeichern ist auch bei einigen Anwendungsbeispielen von Punkt 5.
von Bedeutung!
4.7 Fazit des praktischen Versuchs
Es zeigte sich an der großen Energiedifferenz von eingesetzter und herausgeholter
Energie bei der Messung von einem kompletten Zyklus, dass die zur Verfügung
stehende Isolierung nicht ausreichend war. Bei einer rentablen Verwendung müsste
ein Latentwärmespeicher also noch besser isoliert werden, um auch über einen
längeren Zeitraum von ein paar Tagen Energie ohne große Abstrahlungsverluste
speichern zu können. Bei Warmwasserspeichern ist es zum Beispiel üblich, dass
mindestens 8 cm Schaumstoff als Isolierung verwendet werden[13].
Die Wärmetauscherleistung der Kupferrohrspirale ist im erstarrten sensiblen Bereich
nicht optimal. Sie bietet zu wenig Oberfläche um schnell große Mengen an Energie
aus dem Speicher herausholen zu können. Aus dem erstarrten, aber noch warmen
Paraffinwachs konnte nur eine Leistung von ca. 0,1-0,2 kWh herausgeholt werden.
Dies liegt vor allem an der niedrigen Wärmeleitfähigkeit des erstarrten
Paraffinwachses. Dieses erstarrt zuerst um den Wärmetauscher, wie auch das
folgende Bild 3 zeigt und bildet damit eine Art Isolierschicht, die das schnelle
weitere Abkühlen verhindert.
Bild 3: Erstarrtes Paraffinwach um den Wärmetauscher
Bei einem sich im Einsatz befindlichem Latentwärmespeicher würde man aber
anstatt der hier verwendeten 22 kg Speichermedium je nach Bedarf 500 bis zu
einigen 1000 kg Speichermedium verwenden [14]. Bei solch einer großen
Speichermasse, mit daraus folgender viel größerer Wärmetauscherfläche, spielt
dieser Effekt keine Rolle mehr.
Abschließend kann man sagen, dass der Versuch durchaus erfolgreich abgelaufen ist
und die erwarteten Versuchsergebnisse hervorgebracht hat.
- Weiter mit 5. Anwendungsbeispiele
- zurück zu 3. Wärmespeicherung mit oder ohne Aggregatzustandsänderung
- und zum Quellenverzeichnis
