Wüstenbaum

Marokko

Erinnerungen aus dem Land jenseits von Spanien...

Marokko ist eines der Länder das in mir, ob wohl meine Reise dorthin schon über sechs Jahre zurück liegt, mit die besten Urlaubserinnerungen weckt. Wenn möglich würde ich es gleich morgen wieder bereisen...

Die Anreise ist, wenn man nicht gerade das Flugzeug nimmt, zugegeben etwas anstrengend. Um von Deutschland aus über 3000 Kilometer mit dem Auto durch Frankreich und Spanien zu fahren braucht man nun zum einen einiges an Zeit und zum anderen aber auch eine gehörige Portion an Sitzfleisch. Alternativ gäbe es dann noch den Zug, aber auch dieser kann die Strecke nicht von heut auf morgen überwinden....

Wenn man am Ende der Fahrt dann aber die Meerenge von Gibraltar mit einer Fähre überquert hat ist man dann endlich auf Afrika angekommen. Je nachdem welche Fähre man sich ausgesucht hat ist man sogar schon am Ziel -in Marokko selbst oder ansonsten noch in der spanischen Enklave Siuta angekommen.

Nach den teilweise recht komplizierten Zollkontrollen kann man dann in Marokko auch wieder tagelang nur Auto oder Zug fahren. Das Riefgebierge direkt "am Anfang" von Marokko sollte man sogar in einem Stück überqueren da hier die Kriminalitätsrate relativ hoch ist und es durchaus passieren könnte das man dazu gezwungen wird Drogen zu kaufen. In manchen Fällen werden einem diese sogar zugesteckt, so das man als unwissender Drogenkurier fungiert. Vorsicht ist also angebracht! (siehe evtl. auch Reisewarnung des Deutschen auswärtigen Amts)
Wenn man es dann aber geschafft hat in einer der wirklich schönen marokkanischen Städte wie Fès oder Marrakesch anzukommen wird man meiner Meinung nach gleich mehrfach für all die Strapazen entlohnt. Märkte die so ganz anders sind als die unseren, kleine Stände und Händler mit denen man zumeist auf Französisch feilschen und handeln kann und eigentlich auch muss um nicht zu hohe Preise zu bezahlen, laden dazu ein, sich einfach mal dahin treiben zu lassen. Wenn man dann noch die Augen aufmacht und ein bisschen um sich schaut findet man viele Situationen die einem noch lange im Gedächtnis bleiben werden....

Auch das leibliche Wohl kommt hier nicht zu kurz. Gerade in den Abendstunden, wenn die Hitze die man Tagsüber antrifft etwas nachgelassen hat, wird auf vielen Plätzen Essen in allen möglichen Variationen angeboten. Es ist also kein Problem auch noch den Abend gemütlich im Zentrum zu verbringen. Oft hat man auch noch die Gelegenheit ein paar Straßenkünstler auf den Plätzen anzutreffen die für passende Unterhaltung sorgen. Beim Essen sollte man in Marokko allerdings allgemein aufpassen. Am besten währe es wahrscheinlich nur gebratene Sachen zu Essen und original verschlossene Getränke zu trinken. Bei den hohen Temperaturen und die teilweise etwas ungewohnten hygienischen Standards ist immer wieder mit "unsauberen" Essen zu rechnen. Wenn das aber nicht in Frage kommt ist es daher auch ratsam bei einer Reise durch Marokko immer etwas Medizin gegen Durchfall und ähnliches für den Notfall dabei zu haben.

Nach Marokko fährt man aber meistens nicht nur um sich Städte anzuschauen. Wenn man also die großen menschlichen Ansiedlungen hinter sich lässt kann man im Hinterland viele kleine Ortschaften und verschiedenste Landschaften entdecken. Wie für "klassisch" nordafrikanische Länder zu erwarten sind diese durch ein trockenes Klima und die daraus entstehenden Wüsten bzw. Oasen geprägt, was aber nicht heißt das das ganze Land nur eine unfruchtbare Wüste ist. Vielerorts findet man auch Landwirtschaft!

Wenn man Stück für Stück immer weiter in Marokko eindringt kommt man irgendwann auch am hohen Atlas vorbei. Dieses Gebirge ragt über 4000 Meter in die Höhe, so das hier im Winter sogar Schnee fällt und Wintersport möglich ist. Besonders beeindruckend sind schroffe Berge und im Kontrast dazu schöne, Teils blühende Täler wie die Schlucht des Todra.

Mit der Überquerung des hohen Atlas kommt man, wenn einem die vielen gefahrenen Kilometer bis hier hin noch nicht abgeschreckt haben der Sahara noch ein Stück näher. Nach einer weiteren längeren Fahrt und dann mit einem Touristenführer den man sich spätestens wenn "der Sand beginnt" holen sollte, kommt man dann, sogar noch ein Stück in die klassische Wüste hinein. Ratsam ist allerdings die Fahrt mit einem allrad betriebenen Fahrzeug denn auf Straßen kann man hier nicht vertrauen. Hier, am Rande von Marokko, kann man sich dann von einem Sonnenuntergang auf einer Düne, oder von einer Nacht in einer Oase endgültig "verzaubern" lassen.

Danach ist es wohl oder übel schon wieder an der Zeit die Rückfahrt anzutreten, denn fast niemand hat ja unendlich lange Urlaub... Aber auch diese Fahrt muss man nicht in einem Satz machen. Man kann sich andere sehenswerte Straßen heraussuchen und vielleicht auch noch die ein oder andere Stadt und Landschaft anschauen. Wenn man dann immer noch Zeit hat oder einfach noch Lust auf Abwechslung hat gibt es auch in Spanien bei der eigentlichen Heimfahrt noch einige nette Städte zu besichtigen und auch den ein oder anderen Campingplatz am Meer der zum Verweilen einlädt. Allgemein kann ich wie schon oben beschrieben Marokko jeden der nicht unbedingt nur eine Pauschalreise machen will nur empfehlen. Wichtig ist es aber die Gefahren und die Strapazen nicht zu unterschätzen!